Die Anno-Spielserie ist eine Aufbau- und Wirtschftssimulation, die von verschiedenen Studios entwickelt, das erste Mal 1998 auf den Markt kam.
Ziel des Spiels ist, abgesehen von einer vorgefertigten Kampagne und verschiedenen Szenarien, eine möglichst große, funktionierende Gesellschaft aufzubauen, um Geld zu verdienen und den Wohlstand zu erhöhen. Dazu zählt auch das Errichten von Prunkbauten, die, je nach Spiel, unterschiedlich ausfallen. Ebenfalls meist zu Beginn von Nöten ist die Erforschung einer unebekannten Inselwelt.

Anno 1602, erschienen 1998
Entwickelt vom deutschen Studio Sunflowers und der österreichischen Firma Max Design. Bis 2002 wurde es über 2 Millionen mal verkauft und war damit das meistverkaufte deutsch-österreichische Spiel.
Zu Beginn erhält der Spieler ein Segelschiff, beladen mit dem Mindesten: etwas Nahrung (Fisch), etwas Holz und etwas Werkzeug. Die unbekannte Welt kann dann mit dem Schiff erkundet und eine geeignete Insel besiedelt werden. Einige Inseln beheimaten auch Urvölker und oft gibt es auch ein Piratennest.
Von nun an beginnt die Errichtung verschiedener Produktionsgebäude und Wohnhäuser, wie auch Gebäude, die benötigt werden um die aktuelle Bevölkerungsstufe weiterzuentwickeln. Die Gesellschaft gliedert sich in Pioniere, Siedler, Bürger, Kaufleute und letztendlich Aristokraten. Je höher die Menschen aufsteigen, desto verwöhnter werden sie, zahlen aber mehr Steuern.
Mit diesen ökonomischen Zusammenhängen muss sich der Spieler dann auseinandersetzen:
-Stand des Guthabens (Steuereinnahmen, Erlöse aus Handel, Betriebskosten der eigenen Produktionsanlagen)
-Zufriedenheit der Bevölkerung (Versorgung mit den benötigten Bedarfs- und Luxusgütern)
-Entwicklung der Bevölkerungszahl (Versorgung mit Baumaterial, Nahrungsmitteln, Steuerbelastung).
Mit Online-Gegnern kann man zum Beispiel Handel, Diplomatie und Krieg führen. Letzters allerdings in einem eher begrenztem Rahmen, da vom Entwickler der Fokus auf Handel und Diplomatie gelegt wurde.
Man kann sich im Endlos-Spiel selbst Ziele stecken, ansonsten kann man es aber, endlos weiterspielen.
Mindestanforderungen an den PC:
100 MHz CPU
16 MB RAM
2 MB Grafikkarte
30 MB Festplatte
Windows 95 / 98
DirectX 5.2 Soundkarte
4xCD-ROM Laufwerk
Erweiterungen: "Neue Inseln, Neue Abenteuer" (mit Karteneditior) und "Im Namen des Königs: Add-On".
Anno 1503, erschienen 2002
Der Nachfolger des populären ersten Teils orientiert sich weitestgehend auch an ihm. Ein Unterschied in der Wirtschaft: Es gibt keine Steuern mehr, sondern der Spieler verdient direkt an den Verkäufen der verschiedenen Stände, an denen die Einwohner einkaufen gehen können. Außerdem ist die Grafik detaillierter, und die Wirtschaftskreisläufe sind komplexer als noch im Jahre 1602 (Zeitreisen sind ein Risiko!

) .
Die Piraten haben nun meistens bewachte Siedlungen, allerdings auch Schiffe. Sie verlangen Schutzgeld, damit man nicht angegriffen werden kann. Es richtet sich nach dem eigenen Vermögen.
Trifft man mit einem unbewaffneten Schiff auf die Piraten, kann die weiße Flagge gehisst werden, was Schutz vor Angriffen bietet, allerdings vor gelegentlichen Plünderungen nicht schützt.
Fliegende Händler existieren nun nicht mehr nur in Schifform, sondern haben auch eine eigene Insel.
Mit Ureinwohnern, die auf den Inseln mitleben, kann man Tauschhandel betreiben, indem man einen Scout zum jeweiligen Markthaupthaus schickt.
Im Mehrspieler kann man mit den Mitspielern auch Militärbündnisse abschließen, die jeweils Hilfsbereitschaft, dem anderen gegenüber im Falle eines Krieges verspricht.
Mindestanforderungen an den PC:
500 MHz CPU
128 MB RAM
32 MB Grafikkarte
DirectX® 8.1 oder höher
1,3 GB Festplatte
4x DVD/CD-ROM-Laufwerk
Windows 98/ 2000/ ME/ XP
Erweiterungen: „Schätze, Monster und Piraten“
Anno 1503 ist auch als Brettspiel erschienen.
Anno 1701, erschienen 2006
Wie beim Vorgänger hat sich hier das Grundprinzip nicht geändert. Änderungen gibt es aber trotzdem:
Die Entwicklung übernahm diesmal Related Designs.
Die Grafik ist diesmal eine 3D-Vektor-Grafik, die Vorgänger boten nur eine isometrische über eine Bitmapgrafik. Technisch wurde auch der Sound auf Dolby-Digital-5.1 aufgeschraubt.
Im Hauptspiel gab es nun keine Kampagne mehr, dagegen konnte man im Endlosspiel selbst Ziele bestimmen. Außerdem waren für bestimmte Leistungen, wie das Erreichen einer Spielzeit Medaillen vergeben worden.
Die Inseln auf denen man Siedlungen bauen kann sie eindeutiger strukturiert. Kontoren kann man zum Beispiel nur an den Sandbänken anbringen. Um überhaupt eine Siedlung bauen zu können, wird im 3. Teil ein Dorfzentrum benötigt. Es deckt das erste Bedürfnis der Bewohner: „Gemeinschaft“. Zudem zeigt die darauf befindliche Statue das Wohlbefinden des Volkes an und verändert ihr Aussehen dementsprechend von einer goldenen, aufrechten Haltung mit glitzerndem Schwert bis zur gebückten Haltung mit weggestecktem Schwert.
Ein neues Element im Spiel sind die Ehrengäste die von Zeit zu Zeit auf die Insel kommen und direkt Auswirkung auf die „Handlung“ haben: Zufriedenheit im Volk steigern (dadurch höhere Steuereinnahmen), Steigerung eines Produkt im Lager, usw.
Die Wirtschaftskreisläufe sind weniger komplex als im Vorgänger, jedoch werden für höhere Bevölkerungsstufen erstmals Produkte verlangt die man nicht selbst herstellen kann. Man muss sie bei fremden Völkern oder beim fliegenden Händler kaufen. Dieser stellt auch ab und zu Aufgaben, die man lösen kann, wofür man dann belohnt wird.
Eine weiter neue Funktion ist das Logengebäude, mit dessen Hilfe man bei Gegnern verschiedene Aktionen durchführen kann. Man kann den Mitspieler ausspionieren oder sabotieren, sich bei ihm einschmeicheln oder sogar die Pest verbreiten.
Das alles kann einem allerdings auch selbst treffen.
Kleiner Gag der Entwickler: Spielt man am 24. Dezember, wünscht einem der Sprecher „Frohe Weihnachten“ und es wird ein geschmückter Baum bis 1. Januar auf das Dorfzentrum gestellt.
Mindestanforderungen an den PC:
Windows XP / 2000
CPU: Pentium 4 2,2 GHz
RAM: 512 MB
Grafikkarte: 64MB
Festplatte: 3 GB
DirectX® 9.0c
4x DVD-ROM-Laufwerk
Erweiterungen: „Der Fluch des Drachen“
2007 übernahm Ubisoft den deutschen Entwickler Sunflowers und somit auch die Rechte an der Anno-Reihe und die 30%-Beteiligung am Entwickler Related Designs.
Anno 1404, erschienen 2009
Im Gegensatz zu den Vorgängern wird man hier mit 2 komplett unterschiedlichen Kulturen konfrontiert: Dem Okzident und dem Orient im 15. Jahrhundert. Durch den Zwang 2 verschiedene Gesellschaften aufzubauen gewinnt das Spiel an zusätzlicher Komplexität. Denn die Bewohner der einen Kultur möchten zum Aufstieg Waren aus der anderen. Diese Abhängigkeit ist das tiefgreifendste neue Spielelement.
Natürlich wird weiterhin gebaut, Steuern eingetrieben und ab und an mal ein Krieg geführt. Aber auch im vierten Teil gibt es wieder einige Neuheiten:
Den Schlossbau, den man aus vorherigen Versionen kannte, wurde nun durch die Monumente „Sultansmoschee“ für den Orient und „Kaiserdom“ für den Okzident ersetzt. Außerdem gibt es die „Speicherstadt“, die die Lagerkapazität immens aufstockt. In der Erweiterung kann man allerdings wieder ein Schloss bauen.
Um die Lagerkapazität seiner Insel zu erhöhen kann man nun auch extra dafür gedachte Lagerhäuser errichten.
Zu den normalen Grundbedürfnissen gesellen sich nun auch „Unterbedürfnisse“. Nahrung heißt jetzt nicht mehr nur „Fisch“ sondern mit zunehmendem Status: „Fisch“ + „Brot“ + „Gewürze“. Somit wird es schwieriger die Einwohner zufrieden zu halten.
Flüsse müssen wieder zur Produktion genutzt werden (z.B. Papiermühle).
Plantagenbau funktioniert nun über Felder, die in der Größe bestimmt sind.
Die Bewohner einer Stadt können nicht mehr alle die gleiche Zivilisationsstufe innehaben. So entstehen soziale Schichten, von einfachen Siedlern bis zu verwöhnten Adligen.
Um das soziale Gefälle nach unten noch abzurunden, gibt es auch Bettler die ab und an auf Seelenverkäufern vorbeischippern und bei euch um Aufnahme bitten. Baut man ihnen ein Armenhaus, entstehen dadurch Vorteile für die Einwohner, da diese mehr Aufstiegsrechte bekommen. Gewährt man ihnen keinen Einlass, kommen sie eventuell als Gesetzlose zurück und stiften Unheil.
Die Grafik wurde wieder aufpoliert und man erhält das Feeling einer echten Mittelalter-Stadt mit beeindruckender Grafik.
Mehr hier im Forum:
Anno 1404Mindestanforderungen an den PC:
Windows 2000 / XP / Vista
CPU: Intel Pentium 4 3,0 GHz
RAM: 1 GB
Grafikkarte: 128 MB mit Pixelshader 2.0, DirectX 9.0c
Festplatte: 6 GB
Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel
Erweiterungen: „Anno 1404: Venedig“
Somit endet das Abenteuer in die Vergangenheit. Die Zukunft bringt ja nur Probleme und früher war doch irgendwie immer alles besser. Denn: Das neue Anno spielt in der Zukunft!
Anno 2070, erschienen 2011
Die größte Neuerung ist wohl der Sprung in die Zukunft. Hier gilt es Probleme zu lösen, die auch heute bereits Interesse in der realen Bevölkerung finden: Wo kommt unsere Energie her? Wie wird sich unser Konsumverhalten entwickeln? Wie können wir Katastrophen in Zukunft vermeiden?
Die Beantwortung dieser Fragen übernehmen in Zukunft die 2 bzw 3 Fraktionen: Ecos, Tycoons und die Techs, die aber erst im Spielverlauf dazukommen.
Die Ecos wollen auf „grüne Energie“ setzen. Windräder, Solarkraftwerke, Wasserkraft, usw. Das ist gut für die Ökobilanz, verursacht aber mehr Kosten durch die höhere Menge die gebraucht wird um ein stabiles Energieniveau zu erreichen.
Die Tycoons setzen auf die Schwerindustrie, Kohlekraftwerke und allgemein die Verschmutzung und starke Beanspruchung des Planeten haben bereits in der vergangenen Zukunft (alles von heute bis 2070

) den Meeresspiegel ansteigen lassen und das Antlitz der Welt nachhaltig verändert.
Mithilfe der Techs lässt sich auch erstmal der Meeresgrund besiedeln um dort neue Ressourcen zu ergattern.
Am Anfang einer Partie entscheidet ihr euch für die Ecos oder Tycoons und könnt so bis zur höchsten Zivilisationsstufe (mithilfer der Techs) aufsteigen. Wenn ihr jedoch wollt, könnt ihr im Laufe des Spiels alle Gebäude freischalten und so etwas mischen.
Auch im neusten Teil gibt es Monumente. Das sind die Parlamente der jeweiligen Fraktionen. Sie müssen auch in mehreren Schritten und erst spät im Spiel errichtet werden, wenn man sie denn überhaupt möchte.
Mir persönlich ist aufgefallen, dass im Zukunfts-Szenario die Religionen keine Rolle mehr spielen. Es gibt keine Kirchen oder Moscheen mehr und auch sonst ist mir zu Religionen nichts weiter bekannt. Interessant.
Mehr hier im Forum:
Anno 2070Mindestanforderungen an den PC:
Windows XP/Vista/7
CPU: Dual-Core 2,0 GHz
RAM: 2 GB
Grafikkarte: 512 MB mit Pixelshader 3.0, DirectX 9.0c
Festplatte: 5 GB
Soundkarte: DirectX 9.0c kompatibel